Konzepte


 

vertretung.jpgVertretungskonzept der Leoschule Lünen 

 

  1. Ausgangslage und Ziele
  2.  Rechtliche Grundlagen
  3.  Organisation und Gestaltung von Vertretungsunterricht
  4.  Konkrete Maßnahmen bei kurzfristigem Unterrichtsausfall
  5.  Maßnahmen bei längerfristigem Vertretungsbedarf
  6.  Aufgaben der Schulleitung

 

1. Ausgangslage und Ziele

 

Lehrkräfte sind aus verschiedenen Gründen nicht immer in der Lage ihren Dienst in der Schule zu verrichten. Mögliche Gründe können Erkrankungen, Klassenfahrten, Wandertage,  Fortbildungen, Beurlaubungen, Abordnungen aus dienstlichen Gründen sein.            

Das Kollegium und die Elternschaft der Leoschule haben gemeinsam ein pädagogisches Interesse daran, so wenig Unterricht wie möglich ausfallen zu lassen. Unser gemeinsames Ziel ist es, für unsere Schülerinnen und Schüler und damit auch für die Eltern eine verlässliche Schule zu sein.

In den oben genannten Fällen tritt deshalb das Vertretungskonzept der Leoschule in Kraft, das gemeinsam in allen Gremien entwickelt und beschlossen wurde und dessen Eckpunkte im Folgenden beschrieben sind.

 

2.    Rechtliche Grundlagen

Durchzuführende Maßnahmen bei vorzunehmendem Vertretungsunterricht oder anzuordnender Mehrarbeit sind rechtlich in Gesetzen und Verordnungen geregelt:

  • § 78a LBG (Landesbeamtengesetz)
  • § 11 ADO (Allgemeine Dienstordnung ) Bass 21 -02 Nr. 4
  • § 68 SchulG (3) 1 (Schulgesetz) BASS 1 -1
  • Runderlass des Kultusministeriums vom 11.06.1979: Mehrarbeit und nebenamtlicher Unterricht im Schuldienst (BASS 21-22 Nr. 21)
  • § 48 Abs. 1 BBesG (Bundesbesoldungsgesetz)
  • Runderlass des Kultusministeriums vom 22.08.1980: Vergütung der Mehrarbeit und des nebenamtlichen Unterrichts im Schuldienst; Vergütungssätze BASS 21-22 Nr. 22
  • Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Verordnung über die Gewährung von Mehrarbeitsvergütung für Beamte (MvergVVwV)

 

Vorgenannte rechtliche Regelungen finden auch Anwendung für Lehrer im Angestelltenverhältnis (Sonderregelungen für Angestellte als Lehrkräfte (TVöD).

                                    

3. Organisation und Gestaltung von Vertretungsunterricht

Grundlagen des Vertretungskonzeptes sind die inhaltliche Planungen und Absprachen im Jahrgang.
Diese sichern die unterrichtliche Kontinuität und sind daher ein wichtiger Baustein unserer Arbeit. Vertretungsunterricht – auch kurzfristiger Art – muss zumindest die Lernstände der Schüler sichern und festigen. Vertretungsunterricht längerfristiger Art muss auch dafür Sorge tragen, dass Lernzuwächse gewährleistet sind.
Im Hinblick auf den Lernstand und den weiteren Unterrichtsstoff der Klasse informieren der/die  stellvertretende Klassenlehrer/in und die Kollegen der Parallelklassen den Vertretungslehrer. Die aktuellen Arbeitspläne sind den Kollegen bekannt und können bei der Schulleitung eingesehen werden. Klassenbucheinträge werden ständig auf dem neuesten Stand gehalten. Vertretungslehrkräfte, die über einen längeren Zeitraum in einer Klasse eingesetzt sind, stellen sich an einem Elternabend den Eltern vor und stellen die Arbeit in der Klasse dar.       

Für die Arbeit in der Klasse und die normalen Klassengeschäfte muss die  Vertretungslehrkraft Kenntnis haben über

  • Klassensituation
  • Schülerinnen- und Schülersituation - allgemein
  • Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler
  • Längerfristig erkrankte Schülerinnen / Schüler
  • Auffälligkeiten (auch krankheitsbedingt) bei Schülerinnen und Schülern
  • Klassenpflegschaftsvorsitzende
  • Telefonliste der Eltern / Erziehungsberechtigten
  • Termine und geplante Aktionen in der Klasse und Schule

 

Um anfallenden Vertretungsunterricht gemäß der Stundentafel der Ausbildungsordnung Grundschule (AO -GS) qualitativ und quantitativ optimal aufzufangen und zu gestalten, wird an der Leoschule nach folgenden Grundsätzen verfahren:

- Vereinbarung eines tragenden Konzeptes im Kollegium in den Bereichen der Unterrichtsverteilung, des Personaleinsatzes, der Stundenplangestaltung.

- Verpflichtung einer jeden Lehrkraft jeden Morgen darauf zu achten, ob ein Vertretungsplan aushängt und sie von dem geänderten Unterrichtseinsatz betroffen ist.

- Stärkung des Verantwortungsbewusstseins jedes Kollegen und jeder Kollegin, die Unterrichtsorganisation und die Unterrichtsabläufe mit zu bedenken, um die Vertretung problemlos zu sichern.

- Paralleles Arbeiten in Jahrgangsteams, um inhaltliche Kontinuität zu gewährleisten.

- Aufteilung der Schüler und Schülerinnen der zu vertretenden Klasse in Kleingruppen und deren Zuteilung in andere Klassen.

- Inhalte des Vertretungsunterrichtes in vorhersehbaren Vertretungsfällen werden von der zu vertretenden Lehrerin oder des zu vertretenden Lehrers weitergegeben.

- Die sich krankmeldende Lehrkraft informiert nach Möglichkeit über die Unterrichtsinhalte.

- Inhalte des Vertretungsunterrichtes werden in nicht vorhersehbaren Vertretungsfällen von einem Jahrgangsteamkollegen oder einer Jahrgangsteamkollegin weitergegeben.

- Anbahnung des selbstständigen Arbeitens der Schülerinnen und Schüler von Anfang an, um im Vertretungsfall inhaltlich und organisatorisch mit den bekannten Materialien selbstständig arbeiten zu können.

- Bereitstellung der Klassenbücher und von Informationen zu einzelnen Kindern in der Klasse.

 

 

4.    Konkrete Maßnahmen bei kurzfristigem Unterrichtsausfall

Bei einer plötzlichen kurzfristigen Erkrankung einer Lehrkraft wird anhand des Gesamtstundenplans eine Vertretungsregelung für diesen Tag getroffen, d.h. am ersten Tag der Erkrankung werden die betroffenen Klassen planmäßig unterrichtlich versorgt.
Die Eltern unserer Schüler können sich darauf verlassen, dass ein Kind stets nach dem geltenden  Stundenplan aus der Schule nach Hause kommt.
Darüber hinaus nutzen wir folgende schuleigene Vertretungsmöglichkeiten:

 

  • ü  Auflösung von Doppelbesetzungen
  • ü  Verlagerung von Unterrichtskapazitäten 
  • ( z.B. AG- Lehrerstunden, LAA, Teamteaching)
  • ü  Aufteilung der Klasse auf andere Klassen. 
  • Für den Fall der Aufteilung werden Aufgaben zur Bearbeitung durch die parallel arbeitenden Kollegen aus dem Jahrgangsteam bereitgestellt.
  • ü  Es wird geprüft, ob in einzelnen Stunden Parallelklassen gemeinsam unterrichtet werden können.
  • ü  Heranziehen von Springstunden der Kollegen.
  • ü  Überstunden von Lehrkräften.
  • ü  Bezahlte Mehrarbeit von Teilzeitkräften.
  • ü  Zusammenlegung von Lerngruppen.
  • ü  Betreuung mehrerer Klassen eines Jahrgangs gleichzeitig auf einem Schulflur.

 

 

5.    Maßnahmen bei längerfristigem Vertretungsbedarf

Bei längerfristigem Vertretungsbedarf werden in Abstimmung mit der

Schulaufsicht, dem Schulamt des Kreises Unna, folgende Maßnahmen geprüft:

  • ü  Anordnung von Mehrarbeit
  • ü  Abordnung oder Teilabordnung einer Lehrkraft
  • ü  Einsatz von Lehrkräften aus der Vertretungsreserve
  • ü  ErsatzeinsteIlung als EZ – Vertretung

Auswärtige Vertretungslehrkräfte werden nur zur Erteilung von Unterricht und nicht als Klassenleitung eingesetzt.

 

 

6.    Aufgaben der Schulleitung

Die Schulleitung ist verantwortlich für die Umsetzung des Vertretungskonzeptes und insbesondere für die Erstellung der Vertretungspläne.

Die Vertretungspläne enthalten folgende Informationen:

-       Datum

-       Zu vertretende Stunden/Lehrkräfte/Klassen/ggf. Fächer (z.B. Sport)

-       Vertretungslehrkräfte

-       Regelung der Aufsicht

-       Besondere Hinweise und Mitteilungen

 

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LRS-Konzept der Leoschule Lünen 

  1. Grundlage
  2. Begriffsdefinitionlrs-clipart.jpg
  3. Ermittlung des Förderbedarfs
  4. Förderung
  5. Kooperationen
  6. Leistungsbewertung und Zeugnisse
  7. Material
  8. Überblick

 1.      Grundlage

Die Grundlage jeder LRS-Förderung ist der LRS-Erlass des Kultusministeriums vom 17.09.1991


Dieser besagt vereinfacht gesagt u.a.:

 

  • Sowohl für Diagnostik als auch für Förderung bei LRS ist in aller Regel die Schule zuständig.  Bei Unsicherheiten kann die schulpsychologische Beratungsstelle hinzugezogen werden.
  • Bezüglich der Diagnostik von LRS regelt der Erlass,
    • dass alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 und 2, denen die notwendigen Voraussetzungen für das Lesen-und Schreibenlernen noch fehlen und die die grundlegenden Ziele des Lese-und Rechtschreibunterrichts nicht erreichen, als Schüler mit LRS gelten.
    • dass alle Schülerinnen und Schüler  der Klassen 3 bis 6, deren Leistungen im Lesen oder Rechtschreiben über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten den Anforderungen nicht entsprechen (mind. ausreichend), als Schüler mit LRS gelten.
    • dass die Förderkurse möglichst nicht im Anschluss an den Unterricht durchgeführt werden sollten und nicht zu einer unzumutbaren Belastung der Schülerin oder des Schülers führen dürfen.

 

 2.   Begriffsdefinition - LRS, was ist das?


Lesen und Schreiben sind komplexe Vorgänge. Beim Schreiben eines Wortes wird jedem gehörten Laut ein Zeichen, also ein Buchstabe, zugeordnet. Beim Lesen geschieht dies in umgekehrter Reihenfolge. Aus Zeichen, den Buchstaben, werden Laute geformt.
Alle Kinder durchlaufen beim Erlernen des Lesens und Schreibens bestimmte Phasen. Meistens werden die Phasen so zügig durchlaufen, dass sie von den Kindern überhaupt nicht als solche wahrgenommen werden. Manchmal jedoch treten Schwierigkeiten auf. Dann spricht man von Lese- und Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS).

 

Bei typischen Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten werden beispielsweise:

  • Laute und Buchstaben immer wieder verwechselt.
  • Laute aus Wörtern nicht richtig herausgehört.
  • Buchstaben im Wort ausgelassen oder hinzugefügt.
  • Silben im Wort verdreht.
  • Buchstaben durch gleichklingende Buchstaben ersetzt.
  • Lernwörter und Ausnahmeschreibungen nicht sicher genug gespeichert.
  • Wörter oder Wortteile im Satz nicht gelesen oder auch hinzugefügt. Manchmal werden auch beim Lesen Buchstaben in den Wörtern vertauscht oder es werden Wörter im Satz vertauscht.
  • "Restwörter" erraten, nachdem die erste Silbe oder der erste Buchstabe gelesen ist.

Die Lesegeschwindigkeit ist eher niedrig. Das laute Lesen gelingt nur zögernd und ist wenig sinngebend. Oft sind die Kinder auch überfordert, Gelesenes zu wiederholen und Zusammenhänge im Lesetext zu erkennen. Der Satzbau in Aufsätzen ist häufig nicht korrekt

 3.  Ermittlung des Förderbedarfes

 

Kinder entwickeln sich unterschiedlich. So ist auch der Schriftspracherwerb jedes Kindes individuell. Im ersten Jahr der Schuleingangsphase beobachten die KlassenlehrerInnen die Entwicklung jedes Kindes und fördern es, seinem individuellen Lernstand entsprechend.
Wenn sich im Laufe des 2., 3. oder 4. Schuljahres abzeichnet, dass ein Kind erheblichen Förderbedarf im Bereich des Lesens und des Schriftspracherwerbs hat, analysieren die Klassenlehrerinnen anhand eines standardisierten Tests der Universität Münster (Lernserver) die Schreibungen der Kinder.
Falls hierbei ein erhöhter Förderbedarf festgestellt wird, erhalten die Kinder, zusätzlich zum normalen Förderunterricht, ein oder zwei Förderstunden pro Woche, die parallel zum Unterricht stattfinden und speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Die Eltern werden von der Klassenlehrkraft hierüber informiert.

Neben dem o.g. Test können weitere Grundlagen für die Feststellung des Förderbedarfs im 2. Schuljahr sein:

  • Informationen des Kindergartens
    • Beobachtungen der Erzieherinnen
    • § Ergebnis des Bielefelder Screenings (BISC Risikopunkte)
    • Beobachtungen bei der Schuleingangsdiagnostik
    • Ergebnisse der ärztlichen Schuluntersuchung
    • Beobachtungen der Klassenlehrkraft hinsichtlich möglicher Schwierigkeiten beim Lesen bzw. Schreiben und bei der Laut-Buchstaben-Zuordnung
    • Auffälligkeiten, wie Konzentrationsschwäche, schwache Gedächtnisleistung, Schwierigkeiten in der Grob- und Feinmotorik, schwach ausgebildete Sprachkompetenz, Artikulationsschwierigkeiten, Probleme bzgl. der Wahrnehmung (visuell und auditiv), Schwierigkeiten bei der Raumorientierung.

 4.    Förderung

 

Die pädagogische Aufgabe besteht darin, die Lernfreude und die Motivation zum Lesen und Schreiben zu wecken und zu erhalten. Eine LRS-Gruppe sollte keinesfalls aus mehr als etwa 8 Teilnehmer/innen bestehen.
Die Förderung bezieht sich auf den Bereich der wichtigsten Lernvoraussetzungen, z.B.

  • Übungen zum Gleichgewicht,
  • zur akustischen und visuellen Wahrnehmung,
  • zur Motorik etc.
  • und auf den Bereich des Lesens und Schreibens.

 

Dabei werden u.a. zu folgenden Bereichen Übungen durchgeführt:

 

-          Anfangslaute heraushören

-          Innen- und Endlaute heraushören

-          Buchstaben bewegungsrichtig schreiben

-          Lautfolge in Buchstabenfolge übertragen

-          Wörter durchgliedern (nach Silben)

-          Laute beim Lesen zusammenziehen

-          Silben lesen

-          Sätze bzw. Texte lesen (sinnentnehmend)

-          Arbeit mit dem Computerprogramm "Gut" zum Erlernen der am häufigsten gebrauchten Wörter.

-          Übungen und Spiele zur Förderung der phonologischen Bewusstheit

 

Die Feststellung und Dokumentation der Fortschritte der Kinder erfolgt z.B.

  • durch die Diagnosediktate nach N. Sommer-Stumpenhorst.
  • durch eine erneute Diagnose (B-Test) durch den Test des Lernservers.

 5.    Kooperation

 

  • Im Rahmen der Diagnose greifen wir den Test des Lernservers aus Münster auf, der von der Universität wissenschaftlich begleitet wird. Die Kurzdiagnose ist für Schulen kostenlos.
    • Für Eltern besteht die Möglichkeit einer kostenpflichtigen und ausführlichen Individualdiagnose mit anschließender Erstellung eines individuellen, ausführlichen Förderplans, der das benötigte Material beinhaltet.
    • Bei Unsicherheiten bezüglich der Diagnostik von LRS (bzw. ihrer Art und ihres Ausmaßes) bietet die die schulpsychologische Beratungsstelle des Kreises Unna Beratung und Hilfe an.

 6.      Leistungsbewertung und Zeugnisse

 

  • Bei einer schriftlichen Arbeit oder Übung zur Bewertung der Rechtschreibleistung im Fach Deutsch kann die Lehrkraft im Einzelfall eine andere Aufgabe stellen, mehr Zeit einräumen oder von der Benotung absehen und die Klassenarbeit mit einer Bemerkung versehen.
    Die Rechtschreibleistungen werden nicht in die Beurteilung der schriftlichen Arbeiten und Übungen im Fach Deutsch oder in einem anderen Fach mit einbezogen.
  • Bei Kindern, die eine festgestellte Lese- und Rechtschreibschwäche haben, ist der Anteil des Rechtschreibens bei der Bildung der Note im Fach Deutsch zurückhaltend zu gewichten.
  • In den Zeugnissen kann in der Rubrik „Bemerkungen“ aufgenommen werden, dass die Schülerin oder der Schüler an einer zusätzlichen LRS-Fördermaßnahme teilgenommen hat.

 7.    Material


Im Rahmen der internen Fördermaßnahmen werden u.a. folgende Materialien eingesetzt:

  • "Fit trotz LRS" (Freiburger Rechtschreibschule)
  • Lese- und Rechtschreibhelfer 1 und 2 aus dem Verlag Dürr und Kessler
  • Förderkurs von Sommer-Stumpenhorst (Abschreibtexte, Korrigiertexte)
  • Arbeit mit dem Minimalgrundwortschatz für die Klassen 3 und 4 (Wörter ordnen nach: ABC, Wortarten, Silbenanzahl etc., Sätze bilden, Abschreibübungen, Lückentexte etc.)
  • Lesefertigkeit und Lesefähigkeit weiter entwickeln (fließend, sinnentnehmend), z.B. mit den Lesetexten und den Blitzlesekarten von Sommer-Stumpenhorst
  • Arbeit mit dem Computerprogramm „GUT“
  • Spiele zur phonologischen Bewusstheit
  • Spiel „Silbendetektive“

8.   Überblick

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